Hintergrundinformationen

Erfahren Sie hier mehr über die Lage, den Bestand und die historische Entwicklung der Ray-Barracks.

Lage

Die Konversionsfläche Ray-Barracks liegt im Süden der Kernstadt Friedbergs und nördlich des Industriegebiets Süd in integrierter Lage. Das Gebiet umfasst eine Gesamtfläche von ca. 74 ha – zum Vergleich: Das ist ungefähr so viel, wie von der Friedberger Altstadt bis zur Mainzer-Tor-Anlage und zum Bahnhof, inkl. Seewiese. Das Gelände weist von Norden nach Süden ein Gefälle mit einem Höhenunterschied von ca. 20 m auf.

Im Nord-Westen der Fläche schließt unmittelbar Wohnbebauung an die Kaserne an. An der Stahlstraße bzw. Friedensstraße befinden sich, direkt an das Kasernengelände angrenzend, die Wingertschule, die Helmut von Bracken Schule und ein Standort der Volkshochschule. An der Straße „Am Dachspfad“ befindet sich die ehemalige Housing Area, welche bereits mit einer überwiegenden Wohnnutzung, einer städtischen Kindertagesstätte und einem (Teil-) Standort der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) bebaut wurde. Weiter östlich sind die Feuerwehr sowie kleinere Gewerbebetriebe an der Straße „Am Wartfeld“ gelegen. Im Süden grenzt die Kaserne an die Bahnstrecke Friedberg – Friedrichsdorf. Dort liegt auch die Bahnstation „Friedberg Süd“. Südlich an die Bahnlinie schließt sich das „Industriegebiet Süd“ an. Im Westen grenzt die Kaserne an die Frankfurter Straße. Dort befindet sich das „Gewerbegebiet – Friedberg West“ an der Straßheimer Straße und am Grünen Weg. Am östlichen Rand der Fläche befindet sich u.a. die Raiffeisenzentrale an der Görbelheimer Hohl.

Kartenausschnitt 1
© wer|denkt|was

Kartenausschnitt 1
© wer|denkt|was

Historische Entwicklung

Am 1. Oktober 1913 zog nach 42 Jahren ohne Militär das 3. Bataillon des 5. Großherzoglichen Infanterieregiments Nr. 168 in Friedberg ein. Da die neue Kaserne auf dem Wartberg noch im Bau war, brachte man einen Teil der Soldaten im von der Stadt angekauften „Helmholtschen Gut“ unter. Sowohl das „Helmholtsche Gut“ als auch die neue Kaserne auf dem Wartberg wurden als Bergkaserne bezeichnet. Während des Ersten Weltkrieges 1914 bis 1918 diente die Friedberger Kaserne als Offiziers-Kriegsgefangenenlager. Da Friedberg nach dem Versailler Vertrag in der Entmilitarisierten Zone lag, durfte die Kaserne nicht mit Soldaten belegt werden. Genutzt wurde sie unter anderem von der Hessischen Bereitschaftspolizei und dem Polytechnikum. 1934/35 diente sie der der Standarte Nord West der Österreichischen Legion als Domizil. Am 7. Mai 1938 bezog mit dem Infanterieregiment 36 die Wehrmacht das neue und erweiterte Kasernengelände. Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges 1945 übernahmen dann die Amerikaner die fast unbeschädigten Gebäude der Kaserne und benannten sie in „Ray Barracks“ – nach dem Namensgeber, dem Amerikanischen Leutnant Bernard J. Ray. Seither wurde das Areal durch die US-Armee stetig erweitert und umgebaut.

Historische Karten
© ProjektStadt

Insgesamt wurde die Fläche damit über 60 Jahre von den Amerikanern genutzt und damit auch stark geprägt. Es wird davon ausgegangen, dass auf den Ray Barracks in dieser Zeit bis zu 1.000 Panzer stationiert waren.

Nach dem Abzug der Amerikaner 2007 wurde die Liegenschaft an den Bund zurückgegeben. Aktuell befindet sich die Fläche im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die Stadt Friedberg plant, die Ray Barracks vom derzeitigen Eigentümer zu erwerben. Als Grundlage der Wertermittlung soll hierzu der aktuell in Bearbeitung befindliche Rahmenplanentwurf dienen.

Bestand

Die derzeitige Bebauung besteht aus 28 Wohngebäuden, 11 Büro- und Verwaltungsgebäuden und weiteren Nutzungen wie Theater, Kino, Kirche, Sporthalle, Kantine etc., zahlreichen Lagerhallen und Werkstattgebäuden sowie sonstigen Bauten in Form von Schießübungsplätzen, Panzerwaschanlage, Tankstelle etc..

Diese verteilen sich wie folgt: Der nordwestliche historische Teil ist geprägt durch Verwaltungs- und Mannschaftsunterkunftsgebäude aus der Zeit vor 1945 sowie weiterer ergänzter Nutzungen durch die Amerikaner wie Sporthalle und Kirche. Einige der historischen Gebäude sollen vom Land unter Denkmalschutz gestellt und nachgenutzt werden. Eine abschließende Aufnahme in die Denkmaltopographie des Wetteraukreises hat noch nicht stattgefunden.

Im südlichen Bereich befinden sich eine Tankstelle mit dazugehöriger Panzerwaschanlage und Fahrzeughallen. Dieser Teilbereich ist nahezu komplett versiegelt.

Im Westen des Areals ist der Gebäudebestand gemischt. Dort befinden sich neben Unterkunfts-/Verwaltungsgebäuden auch das ehemalige Offizierscasino „Capriclub“ sowie die neue Kantine. In der Wohnbaracke 3707 war Elvis Presley zwischen 1958 und 1960 für mehrere Tage als Soldat untergebracht bevor er nach Bad Nauheim zog.

Dagegen befinden sich im Osten des Kasernengeländes hauptsächlich Sport-/Übungs- und Trainingsgelände.

Bilder Bestand
© Baulandoffensive Hessen

Weitere Information

Das hr-fernsehen hat 2018 mit Hausmeister Andreas Krug einen Rundgang über das ehemalige US-Kasernengelände gedreht – Die 6-minütige Reportage „Lost Places Ray Barracks Friedberg – die Elvis-Kaserne!“ zeigt die exklusiven Orte, an denen schon Elvis Presley gelebt, gearbeitet und gefeiert hat.

Um einen noch besseren Einblick in die Kaserne zu erhalten können Sie sich das Video anschauen: